Ratgeber für Vereine und Veranstalter
Sponsoren finden: so überzeugst du Betriebe aus der Region.
Die meisten Absagen entstehen nicht, weil kein Geld da ist, sondern weil die Anfrage nicht erkennen lässt, was der Betrieb davon hat. Sponsoring ist kein Spendenaufruf, sondern ein Tausch: Sichtbarkeit gegen Unterstützung.
Zuerst: Was hast du anzubieten?
Bevor du jemanden ansprichst, schreib auf, was du wirklich geben kannst. Das ist mehr, als die meisten denken:
- Logo auf Plakaten, Flyern, Eintrittskarten und der Website
- Nennung in Ansagen und auf der Bühne
- Banner am Veranstaltungsort, Aufkleber, Fahrzeugbeschriftung bei Vereinsfahrzeugen
- Nennung in Beiträgen auf Social Media und im Vereinsheft
- Stand oder Fläche beim Fest, Verkostung, Produktplatzierung
- Trikot- oder Bandenwerbung im Sport
- Einladung zu einem Termin für Mitarbeiter oder Kunden
Wen du ansprichst
- Betriebe mit örtlichem Bezug: Handwerk, Bäckerei, Autohaus, Apotheke, Sanitär, Elektro, Getränkehandel.
- Banken und Versicherungen: Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken haben oft feste Fördertöpfe.
- Energieversorger und Stadtwerke: unterstützen häufig regionale Vereine.
- Unternehmen mit Mitarbeitersuche: Wer Nachwuchs sucht, zahlt gern für Sichtbarkeit vor Ort.
- Bestehende Kontakte: Eltern, Mitglieder, ehemalige Aktive – die kürzeste Verbindung ist immer die persönliche.
Die Anfrage, die funktioniert
- Persönlich ansprechen. Name der Ansprechperson herausfinden, nicht „Sehr geehrte Damen und Herren“.
- In zwei Sätzen sagen, wer ihr seid und was ihr vorhabt.
- Konkret werden: Was genau bietet ihr, was kostet es? Zwei oder drei Pakete zur Auswahl sind besser als eine offene Frage.
- Zeitrahmen nennen: Wann ist das Event, bis wann braucht ihr eine Rückmeldung?
- Nachfassen: Nach etwa einer Woche freundlich anrufen. Die meisten Zusagen entstehen im Gespräch, nicht per E-Mail.
Wichtig: Nenne echte Zahlen nur, wenn du sie hast – etwa Besucher aus dem Vorjahr oder Auflage des Vereinshefts. Geschätzte oder geschönte Angaben fallen auf und kosten Vertrauen.
Pakete statt Bittstellerei
Drei Stufen haben sich bewährt: eine kleine, die für fast jeden Betrieb machbar ist, eine mittlere als Standard und eine große mit exklusiven Elementen, etwa Namensgeber einer Bühne. Beschreibe für jede Stufe genau, was enthalten ist. So muss dein Gegenüber nur auswählen, statt zu verhandeln.
Was rechtlich und steuerlich zu beachten ist
- Halte die Vereinbarung schriftlich fest – auch formlos per E-Mail ist besser als gar nichts.
- Sponsoring ist keine Spende: Wer eine Gegenleistung erhält, bekommt keine Zuwendungsbestätigung, sondern eine Rechnung.
- Für Vereine kann Sponsoring steuerlich relevant sein, etwa bei der Abgrenzung zum wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Das gehört einmal mit der Steuerberatung besprochen.
- Logos nur so verwenden, wie es der Partner freigibt.
Das ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung – aber es verhindert die typischen Fehler.
Nach der Zusage beginnt die Arbeit
- Liefere, was du versprochen hast, und zeig es: Foto vom Banner, Screenshot des Beitrags.
- Bedanke dich nach dem Event schriftlich, mit ein paar Bildern.
- Frag im Folgejahr früh genug erneut – Budgets werden oft am Jahresanfang verteilt.
- Ein zufriedener Sponsor bringt dir den nächsten: Bitte um Empfehlung.
Dein Event gehört dorthin,
wo Menschen suchen.
Trag dein Event kostenlos auf Regional.Events ein und werde von Menschen aus deiner Region gefunden. Eintragen ist und bleibt kostenlos.
Häufige Fragen
Kurz beantwortet.
Wie spricht man Sponsoren richtig an?
Persönlich, mit Namen der Ansprechperson, einem konkreten Angebot in zwei bis drei Paketen und einer klaren Frist. Danach telefonisch nachfassen – die meisten Zusagen entstehen im Gespräch.
Was ist der Unterschied zwischen Sponsoring und Spende?
Beim Sponsoring gibt es eine Gegenleistung, etwa Logo und Nennung; dafür wird eine Rechnung gestellt. Eine Spende erfolgt ohne Gegenleistung und kann mit einer Zuwendungsbestätigung belegt werden.
Was kann ein kleiner Verein anbieten?
Mehr als er denkt: Logo auf Plakaten und Trikots, Nennung auf der Bühne und in Social Media, Banner am Platz, einen Stand beim Fest oder eine Einladung für Mitarbeiter des Betriebs.
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